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DAAD-Stipendien in Zahlen 2026: wie viele Geförderte, welche Programme, welche Länder

DAAD-Stipendien in Zahlen 2026: wie viele Geförderte, welche Programme, welche Länder

Wie viele Menschen fördert der DAAD eigentlich wirklich – und über welche Programme? Wer sich für ein Stipendium interessiert, stößt schnell auf runde Marketingzahlen, aber selten auf die tatsächliche Aufschlüsselung nach Finanzierungsquelle und Zielland. Der DAAD-Jahresbericht 2025 (Berichtsjahr: Kalenderjahr 2025, veröffentlicht 2026) liefert genau diese Zahlen.

Kurze Antwort: 2025 hat der DAAD weltweit 132.903 Personen gefördert – rund 79.000 aus Deutschland und rund 54.000 aus dem Ausland. Die meisten Geförderten kamen über Erasmus+ (rund 62.300), gefolgt von Programmen des Auswärtigen Amts (31.300), des BMFTR (23.300) und des BMZ (14.700). Beliebteste Zielländer deutscher Geförderter waren Spanien, Frankreich und Italien; die meisten internationalen Geförderten kamen aus der Ukraine, Nigeria und Ägypten.

Wie viele Menschen fördert der DAAD? Die Gesamtzahl 2025

Laut dem im Jahresbericht 2025 vorgelegten Zahlenwerk hat der DAAD im Kalenderjahr 2025 insgesamt 132.903 Personen bei der akademischen Mobilität unterstützt – Studierende, Graduierte, Forschende und Hochschulbeschäftigte gleichermaßen. Die Förderung teilt sich dabei in zwei große Gruppen:

  • Rund 79.000 Personen aus Deutschland, die für einen Auslandsaufenthalt gefördert wurden.
  • Rund 54.000 Personen aus dem Ausland, die für einen Aufenthalt in Deutschland oder für ein Austauschprogramm mit deutscher Beteiligung gefördert wurden.

Diese Größenordnung ist bemerkenswert, weil sie in einem Jahr erreicht wurde, das der DAAD selbst als von globalen Krisen geprägt beschreibt – etwa durch Kürzungen bei internationalen Förderprogrammen und geopolitische Spannungen, die akademischen Austausch erschweren. Der Jahresbericht ordnet die Zahl daher explizit als Zeichen einer „wachsenden Bedeutung“ akademischer Mobilität trotz widriger Rahmenbedingungen ein.

Auf einen direkten Jahresvergleich mit früheren Berichtsjahren verzichtet dieser Artikel bewusst: Zählmethoden, erfasste Programme und Berichtsformate haben sich über die Jahre verändert, sodass ein einfacher Prozentvergleich schnell in die Irre führen kann. Wer die Entwicklung über mehrere Jahre nachvollziehen möchte, sollte die jeweiligen Original-Jahresberichte des DAAD direkt vergleichen, statt sich auf sekundäre Zusammenfassungen zu verlassen.

Internationale Studierende profitieren von DAAD-geförderten Austauschprogrammen

Was zählt als „geförderte Person“?

Ein zentraler methodischer Punkt, den kaum eine Presseschau erwähnt: Der DAAD zählt Geförderte nicht nach Studienjahr, sondern nach Kalenderjahr. Die Gesamtzahl bezieht sich laut DAAD auf „alle Personen, die im Kalenderjahr 2025 eine Leistung (Geld, Betreuung, Vermittlung o. Ä.) erhalten haben“. Das bedeutet: Eine Person, die im Herbst 2025 einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt beginnt und diesen 2026 fortsetzt, taucht in der Statistik nur für das Jahr auf, in dem sie die Leistung tatsächlich erhalten hat – nicht anteilig über zwei Jahre verteilt.

Wichtig ist auch, was als „Leistung“ zählt. Es geht nicht ausschließlich um Bargeld-Stipendien. Auch reine Betreuungsleistungen – etwa die fachliche Begleitung eines Austauschs durch eine DAAD-Partnerhochschule – oder Vermittlungsleistungen, bei denen der DAAD lediglich den Kontakt zwischen Studierenden und Gastinstitution herstellt, fließen in die Zahl ein. Die 132.903 Geförderten 2025 sind also eine heterogene Gruppe: von der vollfinanzierten Promotionsstelle bis zum kurzen, organisatorisch begleiteten Praktikumsaufenthalt.

Förderprogramme im Überblick: nach Finanzierungsquelle

Der DAAD vergibt selbst kein einheitliches „DAAD-Stipendium“, sondern verwaltet und vermittelt Fördermittel aus mehreren Quellen – Bundesministerien, das Auswärtige Amt und die Europäische Union finanzieren jeweils eigene Programmlinien, für die der DAAD als zentrale Mittlerorganisation die Vergabe, Betreuung und Berichterstattung übernimmt. Die Aufschlüsselung nach Finanzierungsquelle für 2025 zeigt, wie ungleich die Programme verteilt sind:

Finanzierungsquelle Geförderte 2025 Anteil an Gesamtförderung
EU-Programm Erasmus+ ~62.300 ~47 %
Auswärtiges Amt (AA) 31.300 ~24 %
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) 23.300 ~18 %
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 14.700 ~11 %

Erasmus+ bleibt damit der mit Abstand größte Hebel für akademische Mobilität mit deutscher Beteiligung. Bemerkenswert: Der Jahresbericht 2025 hebt hervor, dass für Erasmus+-Mobilität an deutschen Hochschulen erstmals ein Jahresbudget von mehr als 250 Millionen Euro zur Verfügung stand – ein Hinweis darauf, dass das Programm trotz allgemeiner Kürzungsdiskussionen in anderen Bereichen weiter ausgebaut wurde.

Die Zahlen für Auswärtiges Amt, BMFTR und BMZ zeigen dagegen die klassischen DAAD-Förderlinien: außenpolitisch motivierter Austausch, forschungspolitische Förderung (etwa für Promovierende und Postdocs) sowie entwicklungspolitisch ausgerichtete Programme mit Partnerländern im Globalen Süden.

Was die vier großen Förderquellen inhaltlich unterscheidet

Die Herkunft der Fördermittel ist kein Verwaltungsdetail, sondern entscheidet mit darüber, wer sich sinnvoll auf welches Programm bewirbt:

  • Erasmus+ finanziert vor allem klassische Auslandssemester und -praktika innerhalb Europas – niedrigschwellig, oft ohne eigenes Auswahlverfahren durch den DAAD selbst, da die Vergabe über die Hochschulen läuft.
  • Auswärtiges Amt fördert traditionell außenkulturelle und bildungspolitische Programme, etwa Sprach- und Kulturprogramme, Alumni-Netzwerke und Stipendien mit außenpolitischem Bezug.
  • BMFTR (vormals BMBF) finanziert überwiegend forschungsnahe Formate – Promotionsstipendien, Forschungsaufenthalte und Programme für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
  • BMZ richtet sich an entwicklungspolitisch relevante Kooperationen, etwa Stipendien für Studierende und Fachkräfte aus Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Wer die eigene Bewerbung gezielt vorbereiten will, sollte diese inhaltliche Ausrichtung kennen: Eine Bewerbung für ein BMFTR-finanziertes Forschungsstipendium verlangt ein anderes Exposé als eine Bewerbung für einen Erasmus+-Austausch, bei dem meist ein einfacher Learning Agreement genügt.

Zielländer und Herkunftsländer der Geförderten

Auch bei der geografischen Verteilung liefert der Jahresbericht 2025 konkrete Zahlen – getrennt nach der Richtung der Mobilität:

Wohin gehen deutsche Geförderte?

Die drei beliebtesten Zielländer deutscher Geförderter waren 2025 Spanien, Frankreich und Italien. Das deckt sich mit der klassischen Ausrichtung deutscher Auslandsmobilität auf westeuropäische Nachbarländer, die durch Erasmus+ besonders leicht zugänglich sind – ohne Visumshürden, mit anerkannten Studienleistungen und oft ohne zusätzliche Studiengebühren.

Woher kommen internationale Geförderte?

Bei den internationalen Geförderten, die für einen Aufenthalt in Deutschland oder ein Austauschprogramm mit deutscher Beteiligung unterstützt wurden, führten 2025 die Ukraine, Nigeria und Ägypten die Rangliste der Herkunftsländer an. Die starke Position der Ukraine ist unmittelbar mit gezielten DAAD-Sonderprogrammen für ukrainische Studierende und Wissenschaftler:innen seit Kriegsbeginn zu erklären.

Wichtig für die Einordnung: Diese Rangliste bezieht sich auf Gefördertenzahlen – also Personen, die eine konkrete DAAD-vermittelte Leistung (Geld, Betreuung, Vermittlung) erhalten haben. Das ist etwas anderes als die Gesamtzahl aller international Studierenden an deutschen Hochschulen, bei der andere Herkunftsländer wie Indien oder China dominieren, weil dort die reine Einschreibung ohne DAAD-Förderung gezählt wird.

Regionale Schwerpunkte der weltweiten Förderung

Der DAAD gliedert seine weltweite Förderstatistik zusätzlich nach sieben geografischen Großregionen: Westeuropa/Nordeuropa, Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Nordamerika, Lateinamerika, Afrika südlich der Sahara, Nordafrika/Naher Osten sowie Asien-Pazifik. Für jede dieser Regionen veröffentlicht der DAAD eigene Länderübersichten mit Detailzahlen, die über die reinen Top-3-Rankings hinausgehen.

Für die eigene Recherche lohnt sich ein Blick in die jeweilige Regionalübersicht, wenn ein bestimmtes Zielland – etwa innerhalb Lateinamerikas oder Asien-Pazifiks – infrage kommt, das nicht unter den drei meistgenannten Ländern auftaucht. Die Gesamtzahl von 132.903 Geförderten verteilt sich eben nicht gleichmäßig, sondern konzentriert sich auf einige wenige Schwerpunktländer je Region, während viele andere Länder nur eine kleine, aber für Einzelbewerber:innen durchaus relevante Anzahl an Plätzen bieten.

Geschlechterverteilung bei den Geförderten

Der Jahresbericht 2025 weist auch die Geschlechterverteilung aus: Bei den internationalen Geförderten lag der Frauenanteil bei 52 Prozent, bei den deutschen Geförderten bei 59 Prozent. In beiden Gruppen sind Frauen damit rechnerisch leicht bis deutlich in der Mehrheit – ein Trend, der sich über mehrere Jahresberichte hinweg fortsetzt und häufig mit der höheren Frauenquote unter Studierenden insgesamt in bestimmten Fächergruppen zusammenhängt.

Diese Gesamtzahl sagt allerdings nichts über die Verteilung innerhalb einzelner Fächergruppen aus. Gerade in MINT-nahen Forschungsstipendien – etwa im BMFTR-Programmbereich – kann der Frauenanteil deutlich von der Gesamtquote abweichen. Wer belastbare fachspezifische Zahlen zur Geschlechterverteilung im Studium sucht, findet eine ausführliche Aufschlüsselung nach Fach und Hochschule in unserem Artikel zum Frauenanteil in MINT-Studiengängen 2026.

Gefördertenzahlen vs. Studierendenzahlen: was der Unterschied ist

Ein häufiges Missverständnis: Die 132.903 Geförderten des DAAD sind nicht dasselbe wie die Gesamtzahl internationaler Studierender an deutschen Hochschulen. Letztere umfasst alle eingeschriebenen internationalen Studierenden – unabhängig davon, ob sie DAAD-Förderung erhalten oder ihr Studium komplett selbst finanzieren. Die reinen Einschreibungszahlen, Herkunftsländer-Rankings und Entwicklungstrends bei internationalen Studierenden findest du in unserem Artikel zu internationalen Studierenden in Deutschland: Zahlen, Herkunftsländer und Entwicklung. Einen Überblick über die Studierendenzahlen insgesamt – unabhängig von Herkunft – liefert unser Artikel Studierendenzahlen in Deutschland 2026.

Die DAAD-Gefördertenzahlen sind dagegen eine Teilmenge: Sie zeigen, wie viele Menschen konkret über ein DAAD-vermitteltes Programm eine Leistung erhalten haben – Stipendium, Reisekostenzuschuss, Betreuung oder Vermittlung. Für eine fundierte Argumentation, etwa in einer Hausarbeit oder einem Referat zum Thema Hochschulinternationalisierung, ist diese Unterscheidung entscheidend: Wer beide Zahlen vermischt, überzeichnet leicht die Rolle einzelner Förderprogramme gegenüber der Gesamtmobilität.

Was diese Zahlen für deine Stipendiensuche bedeuten

Für angehende Stipendiat:innen sind diese Zahlen mehr als Statistik: Sie zeigen, wo die größten Fördertöpfe liegen. Wer einen Erasmus+-Austausch plant, bewirbt sich auf das mit Abstand größte Kontingent (rund 62.300 Geförderte 2025) – die Erfolgschancen sind hier strukturell höher als bei kleineren, spezialisierten Programmen des BMZ oder AA. Wie du systematisch nach passenden Förderprogrammen suchst, von Begabtenförderwerken bis zu themenspezifischen Datenbanken, erklärt unser Leitfaden Stipendium finden 2026.

Ein weiterer praktischer Punkt: Erasmus+-Plätze werden in der Regel nicht direkt beim DAAD beantragt, sondern über das International Office der eigenen Hochschule vergeben – Bewerbungsfristen liegen meist ein bis zwei Semester vor dem geplanten Aufenthalt. Programme des Auswärtigen Amts, des BMFTR oder des BMZ laufen dagegen häufig über die DAAD-eigene Stipendiendatenbank und richten sich oft an spezifischere Zielgruppen (Promovierende, Forschende, Studierende bestimmter Fachrichtungen oder Partnerländer). Wer sich auf mehrere Programme gleichzeitig bewirbt, sollte diese unterschiedlichen Antragswege und Fristen früh auseinanderhalten.

Unabhängig davon, welches Programm am Ende passt: Für die Bewerbung selbst – Motivationsschreiben, Studienplan, Nachweise – ist eine saubere, gut strukturierte Arbeitsweise entscheidend. Tools wie Tesify helfen dabei, Bewerbungsunterlagen und begleitende akademische Texte übersichtlich zu strukturieren, ohne dass die eigene Stimme verloren geht.

Häufige Fragen zu DAAD-Stipendien in Zahlen

Wie viele Menschen hat der DAAD 2025 insgesamt gefördert?

Laut DAAD-Jahresbericht 2025 wurden im Kalenderjahr 2025 insgesamt 132.903 Personen gefördert – rund 79.000 aus Deutschland und rund 54.000 aus dem Ausland.

Welches Förderprogramm hat 2025 die meisten Menschen unterstützt?

Das EU-Programm Erasmus+ war mit rund 62.300 Geförderten die mit Abstand größte Finanzierungsquelle, vor Programmen des Auswärtigen Amts (31.300), des BMFTR (23.300) und des BMZ (14.700).

Welche Länder waren 2025 bei deutschen DAAD-Geförderten am beliebtesten?

Spanien, Frankreich und Italien waren die drei beliebtesten Zielländer deutscher Geförderter im Jahr 2025.

Sind DAAD-Gefördertenzahlen dasselbe wie die Zahl internationaler Studierender in Deutschland?

Nein. Die Gefördertenzahlen erfassen nur Personen, die eine konkrete DAAD-vermittelte Leistung erhalten haben. Die Gesamtzahl internationaler Studierender umfasst dagegen alle eingeschriebenen internationalen Studierenden, unabhängig von einer DAAD-Förderung.

Zählt der DAAD Geförderte nach Studienjahr oder nach Kalenderjahr?

Nach Kalenderjahr. Die Gesamtzahl bezieht sich auf alle Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine Leistung – Geld, Betreuung oder Vermittlung – erhalten haben, unabhängig vom Semesterrhythmus des Aufenthalts.