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Eigenständigkeitserklärung der Abschlussarbeit 2026: Vorlage, Muster und KI-Hinweis

Eigenständigkeitserklärung der Abschlussarbeit 2026: Vorlage, Muster und KI-Hinweis

Ohne eine gültige Eigenständigkeitserklärung nimmt das Prüfungsamt deine Abschlussarbeit an vielen Hochschulen schlicht nicht an. Obwohl das Dokument oft auf einer einzigen Seite Platz findet, ist es rechtlich und prüfungsrechtlich einer der kritischsten Bestandteile deiner Arbeit: Eine falsche oder unvollständige Erklärung kann als Täuschungsversuch gewertet werden — selbst wenn der Rest der Arbeit tadellos ist. Und seit dem Wintersemester 2023/2024 kommt an immer mehr deutschen, österreichischen und Schweizer Hochschulen eine neue Anforderung hinzu: die Offenlegung eingesetzter KI-Werkzeuge in einer separaten Klausel oder Tabelle innerhalb der Eigenständigkeitserklärung.

Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, was die Erklärung 2026 zwingend enthalten muss, wie die klassische Formulierung lautet, wo hochschulspezifische Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen und wie du die neue KI-Klausel korrekt formulierst — mit vollständigen Mustertexten, die du direkt in deine Abschlussarbeit übernehmen und anpassen kannst.

Ob Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation: Die Anforderungen sind im Kern überall gleich. Was sich ändert, ist der genaue Wortlaut, die vorgeschriebene Vorlage deiner Hochschule und der Umgang mit KI-gestützten Hilfsmitteln. Genau dabei hilft dir dieser Artikel.

Kurz & knapp: Die Eigenständigkeitserklärung bestätigt, dass du deine Abschlussarbeit eigenständig verfasst und alle Quellen korrekt angegeben hast. Pflichtangaben sind: die Bestätigung der Eigenständigkeit, Quellenangabe, handschriftliche Unterschrift sowie Ort und Datum. Für 2026 gilt an vielen Hochschulen zusätzlich: KI-Tools müssen vollständig in einer angehängten Tabelle aufgeführt werden — eine fehlende Offenlegung gilt als Täuschungsversuch.

Was genau ist die Eigenständigkeitserklärung?

Die Eigenständigkeitserklärung — je nach Hochschule auch Eidesstattliche Erklärung, Selbstständigkeitserklärung oder Ehrenwörtliche Erklärung genannt — ist eine unterschriebene Versicherung, dass du deine wissenschaftliche Arbeit eigenständig verfasst, keine unerlaubten Hilfsmittel genutzt und alle verwendeten Quellen vollständig und korrekt kenntlich gemacht hast.

Rechtlich handelt es sich um eine eidesstattliche Versicherung im Sinne der jeweiligen Hochschulprüfungsordnung. Eine wissentlich falsche Erklärung kann nach § 156 StGB als Falschaussage strafrechtliche Konsequenzen haben. In der Hochschulpraxis sind jedoch akademische Sanktionen die häufigere Folge: die Bewertung der Prüfungsleistung mit „nicht bestanden“, die Aberkennung des akademischen Grades oder in schwerwiegenden Fällen die Exmatrikulation.

Der inhaltliche Kern ist an allen deutschsprachigen Hochschulen identisch: Du bestätigst die eigenständige Bearbeitung, die Vollständigkeit der Quellenangaben und die Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis. Was variiert, ist der exakte Wortlaut — und seit 2024/2025 zunehmend auch die Frage, wie Nutzung von KI-gestützten Werkzeugen zu dokumentieren ist.

Pflichtbestandteile 2026 im Überblick

Eine vollständige Eigenständigkeitserklärung muss mindestens die folgenden Bestandteile enthalten. Das Fehlen einzelner Elemente kann zur Rückgabe der Arbeit oder zur Ungültigkeit der Erklärung führen.

Bestandteil Inhalt Pflicht?
Selbstständigkeitsbeteuerung Versicherung, dass die Arbeit eigenständig verfasst wurde Ja
Quellenangabe Alle genutzten Quellen und Hilfsmittel sind vollständig und korrekt angegeben Ja
Keine unerlaubte Hilfe Arbeit wurde weder von Dritten inhaltlich bearbeitet noch ghostwriterisch erstellt Ja
Erstmalige Einreichung Die Arbeit wurde noch nicht anderweitig als Prüfungsleistung eingereicht Meistens ja
Ort und Datum Entstehungsort und Datum der Unterzeichnung Ja
Handschriftliche Unterschrift Eigenhändige Signatur (bei digitaler Abgabe: eingescannt oder qualifizierte digitale Signatur) Ja
KI-Nutzungsklausel (neu 2024+) Offenlegung aller eingesetzten KI-Werkzeuge inkl. Verwendungszweck Hochschulabhängig, zunehmend Pflicht

Vorlage: Die klassische Formulierung

Der folgende Mustertext entspricht dem gängigen Standard an deutschen Hochschulen. Er enthält noch keine KI-Klausel — diese findest du im nächsten Abschnitt. Ersetze die kursiv gesetzten Felder durch deine individuellen Angaben:

Eigenständigkeitserklärung

Ich erkläre hiermit ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende Abschlussarbeit mit dem Titel „[Titel deiner Arbeit]“ selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Wörtlich oder sinngemäß übernommene Stellen sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen.

[Ort], den [Datum]

__________________________
[Vor- und Nachname]

Hinweis: Viele Hochschulen — darunter die Universität Mainz (JGU), die HWR Berlin und die LMU München — stellen eigene PDF-Vorlagen bereit, die zwingend zu verwenden sind. Prüfe vor der Abgabe immer, ob deine Hochschule eine vorgeschriebene Vorlage hat. Dieser Mustertext dient zur Orientierung und für Hochschulen, die keine eigene Vorlage vorgeben.

Hochschulspezifische Besonderheiten (DE, AT, CH)

Trotz des einheitlichen inhaltlichen Kerns gibt es zwischen Hochschulen und Ländern spürbare Unterschiede, die du kennen solltest:

Deutschland

Die meisten Universitäten und Fachhochschulen stellen eine Pflichtvorlage bereit, die ausschließlich zu verwenden ist. Der genaue Begriff variiert: „ehrenwörtlich“ findet sich an vielen Fachhochschulen, während Universitäten häufig „an Eides statt“ bevorzugen. Letztere Formulierung betont den strafrechtlichen Charakter nach § 156 StGB stärker, beide sind jedoch gleichwertig gültig. Technische Hochschulen (TU, KIT, RWTH) verlangen teils zusätzlich eine Verschwiegenheitsklausel, wenn die Arbeit in Kooperation mit einem Unternehmen entstanden ist.

Österreich

An österreichischen Universitäten wie der Universität Wien oder der TU Graz lautet der Terminus meist „Eidesstattliche Erklärung“ oder „Erklärung an Eides Statt“. Die inhaltlichen Anforderungen sind weitgehend identisch mit dem deutschen Standard. Achte auf die jeweilige Studienrichtung: Fachhochschulen (FHs) und Pädagogische Hochschulen (PH) haben eigene Prüfungsordnungen, in denen die genauen Formulierungen festgelegt sind.

Schweiz

An der ETH Zürich, der Universität Zürich und anderen Schweizer Hochschulen spricht man in der Regel von der „Eigenständigkeitserklärung“. Besonderheit: An einigen Institutionen — besonders in der Westschweiz — kann je nach Sprache der Arbeit eine Version in Deutsch und eine in Englisch oder Französisch verlangt werden. Prüfe die Vorgaben in der Studienordnung deines Fachbereichs.

KI-Nutzungserklärung — das neue Pflichtfeld 2026

Generative KI-Werkzeuge wie ChatGPT, Tesify oder DeepL Write gelten an Hochschulen als Hilfsmittel — genauso wie Fachliteratur oder Statistiksoftware. Wer sie einsetzt, ohne sie offenzulegen, verletzt damit die Eigenständigkeitserklärung. Das gilt auch dann, wenn die KI nur für Rechtschreibkorrektur oder Umformulierungen genutzt wurde, sofern die Prüfungsordnung das als deklarationspflichtig einstuft.

Seit dem Wintersemester 2023/2024 haben Hochschulen wie die HWR Berlin, die Universität Jena (Stand: März 2026) und die JGU Mainz ihre Vorlagen um KI-Klauseln erweitert. 2026 ist die Tendenz eindeutig: Immer mehr Prüfungsordnungen fordern die vollständige Auflistung aller KI-Tools in der Eigenständigkeitserklärung.

Wichtig: Eine unmarkierte Nutzung von KI-Werkzeugen ist — wenn die Prüfungsordnung Deklarationspflicht vorsieht — ein Täuschungsversuch. Auch eine nur sprachliche Nutzung (Lektorat, Umformulierung) ist dabei relevant.
Umfrageergebnisse zu den Anliegen von Studierenden beim Umgang mit KI-Tools in Bachelorarbeiten: Nur 22 % wussten, wie KI-Nutzung korrekt zu deklarieren ist, und nur 37 % legten alle eingesetzten KI-Tools offen (ZHAW-Studie, 284 Studierende, 2023)
Quelle: ZHAW – Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Studie zur KI-Nutzung in Bachelorarbeiten (2023)

Mustertext: Eigenständigkeitserklärung mit KI-Klausel

Eigenständigkeitserklärung

Ich erkläre hiermit ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende Abschlussarbeit mit dem Titel „[Titel deiner Arbeit]“ selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Wörtlich oder sinngemäß übernommene Stellen sind als solche kenntlich gemacht.

Eingesetzte KI-gestützte Werkzeuge habe ich vollständig in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet. Ich übernehme die volle inhaltliche Verantwortung für alle KI-gestützten Passagen, die in diese Arbeit eingeflossen sind. Die eigenständige wissenschaftliche Leistung liegt ausschließlich bei mir.

Die Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen.

[Ort], den [Datum]

__________________________
[Vor- und Nachname]

KI-Tool-Tabelle (Beispiel zum Ausfüllen)

KI-Tool Anbieter / Version Verwendungszweck Betroffene Kapitel
Tesify Tesify / 2026 Literaturrecherche, Strukturierungshilfe, Paraphrasieren Kap. 2, 3
DeepL Write DeepL SE / 2026 Sprachliche Überarbeitung von Entwürfen Kap. 4
ChatGPT OpenAI / GPT-4o Ideen-Brainstorming für Einleitung Kap. 1

Welche KI-Nutzung an deiner Hochschule konkret erlaubt ist und wie sie deklariert werden muss, erfährst du in unserem Artikel „Darf man KI für die Bachelorarbeit nutzen? Die Regeln 2026″ — dort sind die aktuellen Regelungen für DACH-Hochschulen zusammengefasst. Eine umfassende Perspektive auf Forschungsethik, informierte Einwilligung und DSGVO-konformen Umgang mit Daten bietet darüber hinaus der ausführliche Artikel zu Forschungsethik und Ethikkommission bei der Bachelorarbeit auf tesify.io.

Wo kommt sie hin — und was passiert ohne sie?

Position in der Abschlussarbeit

Die Eigenständigkeitserklärung steht üblicherweise am Ende der Abschlussarbeit, nach dem Literaturverzeichnis. Manche Hochschulen sehen sie nach dem Anhang als allerletztes Element vor, andere direkt nach dem Textteil. Die genaue Position ist oft in der Prüfungsordnung oder der Abschlussarbeit-Checkliste des Prüfungsamts geregelt. Im Zweifelsfall: nachfragen oder die hochschuleigene Vorlage als Referenz nutzen.

Seitennummerierung

Die Seite der Eigenständigkeitserklärung erhält in der Regel keine arabische Seitenzahl oder wird separat ohne sichtbare Nummerierung angehängt. Manche Hochschulen verlangen, dass sie auf einer eigenen, nicht nummerierten Seite steht. Auch hier gilt: Vorlage der Hochschule beachten.

Folgen beim Fehlen

Fehlt die Erklärung vollständig, kann das Prüfungsamt die Arbeit zurückweisen. In manchen Prüfungsordnungen gilt eine Abschlussarbeit ohne Eigenständigkeitserklärung formal als nicht eingereicht — selbst wenn die Abgabefrist abgelaufen ist. Eine fehlende oder nachweislich falsche Erklärung kann zusätzlich als Täuschungsversuch eingestuft werden, der die Note „nicht bestanden“ nach sich zieht.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

  • Kein Datum eingetragen: Ort und Datum sind Pflichtangaben. Trage stets das tatsächliche Unterschriftsdatum ein, nicht das Abgabefrist-Enddatum.
  • Gedruckter Name statt Unterschrift: Eine maschinell getippte Unterschrift ist ungültig. Bei digitaler Abgabe muss die Unterschrift eingescannt oder mit qualifizierter elektronischer Signatur versehen sein.
  • Falsche oder veraltete Vorlage: Viele Hochschulen akzeptieren ausschließlich ihre eigene aktuelle Vorlage. Prüfe vor der Abgabe, ob deine Hochschule eine neue Version — insbesondere mit KI-Klausel — herausgegeben hat.
  • KI-Nutzung nicht offengelegt: Wenn du KI-Tools eingesetzt hast, aber die KI-Klausel nicht ausfüllst oder eine ältere Vorlage ohne KI-Abschnitt verwendest, riskierst du eine als Täuschung eingestufte Erklärung — auch wenn die KI nur zur Sprachkorrektur diente.
  • Zu früh unterschrieben: Unterschreibe die Eigenständigkeitserklärung erst, wenn die Arbeit endgültig fertiggestellt ist. Nachträgliche inhaltliche Änderungen nach der Unterschrift machen die Erklärung formal ungültig.
  • Titel der Arbeit vergessen oder falsch: Der exakte Titel der Abschlussarbeit muss mit dem Titelblatt übereinstimmen — einschließlich Untertitel und Satzzeichen.

Häufig gestellte Fragen

Muss die Eigenständigkeitserklärung bei jeder Abschlussarbeit enthalten sein?

Ja, an nahezu allen deutschen, österreichischen und Schweizer Hochschulen ist sie Pflichtbestandteil jeder Abschlussarbeit — von der Bachelorarbeit über die Masterarbeit bis zur Dissertation. Auch bei Seminar- und Hausarbeiten verlangen viele Fachbereiche eine Eigenständigkeitserklärung. Eine Einreichung ohne gültige Erklärung gilt an den meisten Hochschulen als unvollständig.

Darf ich für die Eigenständigkeitserklärung eine digitale Unterschrift verwenden?

Das hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Viele akzeptieren bei digitaler Abgabe eine eingescannte handschriftliche Unterschrift. Einige verlangen eine qualifizierte elektronische Signatur nach eIDAS-Standard. Generell gilt: Eine getippte Unterschrift (nur der Name als Text) wird von den meisten Prüfungsämtern nicht akzeptiert. Im Zweifel beim Prüfungsamt nachfragen.

Was muss ich in die KI-Tool-Tabelle der Eigenständigkeitserklärung eintragen?

Du trägst ein: Name des KI-Tools, Anbieter und Version (soweit bekannt), den konkreten Verwendungszweck (z. B. Literaturrecherche, Sprachkorrektur, Strukturierung, Paraphrasieren) sowie die betroffenen Kapitel deiner Arbeit. Alle eingesetzten KI-Tools müssen vollständig aufgeführt werden — auch solche, die ausschließlich für sprachliche Überarbeitungen genutzt wurden, sofern deine Hochschule das als deklarationspflichtig einstuft.

Was ist der Unterschied zwischen Eigenständigkeitserklärung und eidesstattlicher Erklärung?

Inhaltlich sind beide Dokumente nahezu identisch — sie sichern die eigenständige Bearbeitung und die korrekte Quellenangabe zu. Der Begriff „Eidesstattliche Erklärung“ betont den strafrechtlichen Charakter nach § 156 StGB (Falschaussage) stärker. Im Hochschulalltag werden beide Begriffe weitgehend synonym verwendet; welcher Begriff gefordert wird, legt die Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule fest.

Was passiert, wenn ich die Eigenständigkeitserklärung wissentlich falsch ausfülle?

Bei nachgewiesenem Täuschungsversuch kann die Prüfungsleistung als nicht bestanden gewertet werden. Im schwerwiegenden Fall droht die Aberkennung des akademischen Grades oder eine Exmatrikulation. Bei wissentlich falscher eidesstattlicher Erklärung kann darüber hinaus § 156 StGB (Falschaussage unter Eid) greifen. Das betrifft insbesondere das bewusste Verschweigen von Ghostwriting, nicht deklarierter KI-Nutzung oder übernommener Fremdtexte ohne Quellenangabe.

Muss die Eigenständigkeitserklärung in die Seitenzählung einbezogen werden?

Das variiert je nach Hochschule. Häufig steht die Erklärungsseite außerhalb der arabischen Seitenzählung oder trägt keine sichtbare Seitenzahl. Manche Hochschulen verlangen eine eigene, nicht nummerierte Seite am Ende. Orientiere dich immer an der Formatierungsvorgabe deiner Hochschule. Wenn keine explizite Regelung besteht, ist es üblich, die Seite nicht in die Hauptzählung einzubeziehen.

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